Videoeinbindung in Cakewalk

Mancher Musiker wird sich schon gefragt haben, was einem die Videoeinbindungsfunktion in Cakewalk bringen kann. Benutzt man nicht gerade Videos, die schon komplett mit SMPTE oder Ähnlichem codiert daher kommen, dann wird das mit der Synchronisation eh nichts. Und außerdem, wer sich richtig mit Videoschnitt beschäftigt, der benutzt ja wohl andere Programme als einen MIDI-Sequenzer.
Stimmt alles gar nicht so richtig. Auch der Musiker als solcher kann die Videofunktion gut gebrauchen und auch noch recht nette, vor allem aber synchrone Ergebnisse erzielen. Klassisches Beispiel sind Auftragsarbeiten im Bereich Werbeclips oder Präsentationen. Aus eigener Erfahrung kann ich hier nun ein paar nützliche Tipps zum Besten geben. So bekam ich eines Tages den Auftrag, für eine Medienpräsentation in Form eines Flash-Films die Musik zu machen. Hierfür habe ich einfach das Flash-Format mit einem handelsüblichen Programm in ein AVI-Video umgewandelt und mit der Funktion Einfügen -> Video in einen neuen Cakewalk-Song eingebaut. Nun galt es erst einmal, das Darstellungsfenster des Videos den eigenen Ansprüchen anzupassen. Hierfür klickt man windowsüblich einfach mit der rechten Maustaste in das Videofenster. Dort kann man nun die Darstellungsart und –größe des Videos festlegen. Dies ist durchaus sinnvoll, wie ich finde, weil eines der wenigen Probleme von Cakewalk die Aufteilung der Fenster auf einem zu kleinen Bildschirm ist. Nach meiner Erfahrung ist hier schon alles unter einem 21"-Schirm als zu klein zu betrachten. Und somit sollte man sich das Videofenster auf eine gute "Arbeitsgröße" einstellen. Hierfür wählt man am besten Video der Fenstergröße anpassen. Nun kann man wie gewohnt das Fenster an den Ecken packen und so einstellen, wie es einem passt. Der Videoinhalt wird entsprechend mit verändert. Auch die Hintergrundfarbe lässt sich in diesem Dialog festlegen. Ich finde die Voreinstellungen gut genug.
Nun fragt man sich, und dazu gibt es im sonst so tollen Handbuch keinerlei Hilfe, wie man denn nun seinen kleinen Film so synchron wie möglich vertonen soll? In meinem Fall waren ja Soundeffekte an ganz speziellen Stellen einzufügen. Da mein Stück eine Geschwindigkeit von 130 bpm hatte, war es für mich ein Leichtes, das Videofenster im Vordergrund zu haben und dann mit der Tastenkombination STRG Bild Auf - STRG Bild Ab taktweise hin und her zu springen. So findet man bereits recht genau die Stelle, an der sich im Film etwas verändert. Für noch genauere Bildeinstellungen muss man mit der Maus in der Spuransicht Stück für Stück vorwärts oder rückwärts springen. Hierfür empfiehlt es sich aber, das Sprungraster durch Klicken auf das Symbol am rechten unteren Rand des Spurfensters bei gehaltener Shift-Taste auf einen Wert wie "Viertel" einzustellen. In den meisten Fällen sollte dieser Sprungabstand reichen um beinahe bildgenau arbeiten zu können.
Da Cakewalk seit vielen Versionsnummern Clip-basiert arbeitet, kann man mit der Drag und Drop Funktion bequem seine Audio- oder MIDI-Clips an der entsprechenden Cursor-Stelle platzieren.
Ist das Filmchen vertont, kann man es entweder samt Musik z.B. als AVI-Video exportieren, oder aber auch nur die Musik sichern. Im ersten Fall mischt Cakewalk die Spuren wie beim Befehl Audio abmischen zusammen. Jedoch war in meinem speziellen Fall das Exportieren der Musik als Wave- bzw. MP3-Datei wesentlich sinnvoller. Dieses Musikstückchen konnte ich bequem und angenehm klein an eine E-Mail hängen und meinem Auftraggeber zusenden. Dieser kann es im Falle von Flash-Filmen in diesen Formaten in Programme wie Flash 4 importieren und hat von vornherein ein synchrones Ergebnis.