Rezension
Talkie Walkie
Nun denn: An dieser Scheibe müssen Air sich seit dem messen lassen – und für die Nochfolgealben fiel die Kritik meist bestenfalls lau aus.
Nun, 6 Jahre später, schicken die Herren Dunckel und Godin einen neuen Kandidaten ins Rennen - "Talkie Walkie" heißt die Scheibe. Sicher: Für die Musikgeschichte wird's auch dieses Mal wieder nicht reichen, mit dem Reiz des Neuen kann die CD nicht punkten. Dennoch ist Air mit "Talkie Walkie" ein verdammt gutes Album gelungen mit dem man sich nicht zu verstecken braucht. An die viel gepriesene Leichtigkeit des berühmten Vorgänngers reichen die Titel allemal ran, übertreffen sie eigentlich noch. Selbst Titel wie "Run" oder "Alpha Beta Gaga", die mit etwas mehr "Dampf" beginnen, lösen sich nach kurzer Zeit in Wohlgefallen auf. Ohrwurmqualität haben fast alle Tracks – wobei sich "Biological" besonders tief und hartnäckig in meinen Gehörgang gegraben hat. Der Sound wirkt wesentlich sauberer, modernen als in den älteren Produktionen.
Kinogänger könnten übrigens kürzlich schon mit Air konfrontiert worden sein: Der Abschlußtitel "Alone in Kyoto" stammt auf "Lost in Translation".
Air knüpfen nach einigen Umwegen mit "Talkie Walkie" wieder da an, wo sie mit "Moon Safari" aufgehört haben. Ein zeitgemäßer und würdiger Nachfolger.