Rezension
Impressions Collector
Diese Rezension wurde von Matthias Spittler verfasst
am 18. September 2002
und stammt aus dem MEMI-Archiv (1994–2005).
... wie steht es doch so schön im Pressetext:
"1995 besorgt sich Kayro ein Stipendium und geht nach Boston
ans 'Berklee College of Music' um Gitarre, Engineering und
Musikproduktion zu studieren. Seine Ausbildung schließt er
1999 mit dem 'Grand of Bachelor Arts' mit Auszeichnung ab.
Auf der CD beschäftigt sich Kayro mit verschiedenen Emotionen,
Situationen und Stimmungen der heutigen Gesellschaft. Teilweise
geht er sehr unkonventionell in den Songs vor. Er wechselt von
aggressiv zu träumerisch, von typischen Partylife zu surrealen
Klängen, von Krieg zu Frieden. Bewusst keine leicht Kost, sondern
ein musikalisches Statement, das zum Nachdenken und Verändern anregt."
Wow! Klingt doch spannend und schraubt die Erwartungen ganz schön nach oben.
"2001 erfüllt sich Kayro seinen Traum und gründet im Januar seine eigene Produktionsfirma 'Turningheadz Produktionz' mit Sitz in Frankfurt am Main."
Und vor mir liegt nun sein erster Longplayer. Also, rein mit dem wohlgestylten Silberling und dann schaun 'mer mal oder wie man in Hessen zu sagen pflegt: ei gucke me ma.
Nanu? Hat die Katze des Hauses wieder am EQ gespielt? - Ich nehm's vorweg, sie hat ausnahmsweise mal ihre Pfoten bei sich gehalten. Produktionstechnisch haut mich "Impressions Collector" wirklich nicht vom Hocker. Alles wirkt recht platt und bis auf das ein oder andere Panning schein Kayro den sinnvollen Einsatz seiner Mischpult Funktionen, vor allem den der EQ's, zu verweigern. Die Synthies klingen großenteils mumpfig und die Drums fu.. ähhh arg trocken.
Es fällt mir nicht leicht zu sagen aber Kayros CD ist mp3-Portal Massenware, die sowohl von den Arrangements, als auch vom Produktionsstandart knapp am unteren Durchschnitt vorbeischrammt. Alles plätschert in bekannter Manier so vor sich hin, während ich, ob der Aufgabe meine bescheidene Meinung zu dieser CD Kund tun zu müssen, immer tiefer in den Sessel sacke.
Zur Sache: Das Geschehen bestimmen unaufregende, steife Drums zwischen Bigbeat und Breakbeat, old skool Electro und Trance, mit teilweise mir unmotiviert erscheinenden Gitarrenmustern. Ausstaffiert wird das ganze mit - 70's like - dünnen Leadsounds, Vocoder Voices, Filtersweeps und einem "akustischen" Bass. Klingt unspektakulär? Ist es auch.
Aufgelockert werden die Songs ab und an durch mehr ("Wild Baby", "Impressions Collector") oder weniger ("This Moment") gelungene Vocals, wobei vor allem Track 2 ("Wild Baby") noch am ehesten zu überzeugen weis. Insgesamt kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es sich hier um einen recht lieblosen Schnellschuss von jemanden handelt, der handwerklich das Potenzial zu wesentlich mehr hätte.
Hin und wieder gibt es witzige Aha-Erlebnisse, so zum Beispiel wenn "End-80er Miami Bass"-Anleihen durchschimmern ("Push the Envelope") oder der Beat unverhofft von "breakig" auf "4 to the floor" wechselt ("Patience").
Was an "Impressions Collector" jedoch außergewöhnlich oder gar surreal sein soll, kann sich mir nicht erschließen. Und hier von einem "musikalischen Statement" zu reden scheint mir doch recht waghalsig.
Unterm Strich bleibt eine Produktion, die ihrem eigenen Anspruch nicht gerecht werden kann. Auch wenn "Impressions Collector" mich nicht zu überzeugen weiß, so ich bin gespannt wie Kayro sich weiterentwickeln wird. Er hat Potenzial. Was ihm fehlt ist die Geduld einen Track soweit auszufeilen, dass er sich an dem messen kann, was sich später im Pressetext so locker ankündigen lässt.
Wow! Klingt doch spannend und schraubt die Erwartungen ganz schön nach oben.
"2001 erfüllt sich Kayro seinen Traum und gründet im Januar seine eigene Produktionsfirma 'Turningheadz Produktionz' mit Sitz in Frankfurt am Main."
Und vor mir liegt nun sein erster Longplayer. Also, rein mit dem wohlgestylten Silberling und dann schaun 'mer mal oder wie man in Hessen zu sagen pflegt: ei gucke me ma.
Nanu? Hat die Katze des Hauses wieder am EQ gespielt? - Ich nehm's vorweg, sie hat ausnahmsweise mal ihre Pfoten bei sich gehalten. Produktionstechnisch haut mich "Impressions Collector" wirklich nicht vom Hocker. Alles wirkt recht platt und bis auf das ein oder andere Panning schein Kayro den sinnvollen Einsatz seiner Mischpult Funktionen, vor allem den der EQ's, zu verweigern. Die Synthies klingen großenteils mumpfig und die Drums fu.. ähhh arg trocken.
Es fällt mir nicht leicht zu sagen aber Kayros CD ist mp3-Portal Massenware, die sowohl von den Arrangements, als auch vom Produktionsstandart knapp am unteren Durchschnitt vorbeischrammt. Alles plätschert in bekannter Manier so vor sich hin, während ich, ob der Aufgabe meine bescheidene Meinung zu dieser CD Kund tun zu müssen, immer tiefer in den Sessel sacke.
Zur Sache: Das Geschehen bestimmen unaufregende, steife Drums zwischen Bigbeat und Breakbeat, old skool Electro und Trance, mit teilweise mir unmotiviert erscheinenden Gitarrenmustern. Ausstaffiert wird das ganze mit - 70's like - dünnen Leadsounds, Vocoder Voices, Filtersweeps und einem "akustischen" Bass. Klingt unspektakulär? Ist es auch.
Aufgelockert werden die Songs ab und an durch mehr ("Wild Baby", "Impressions Collector") oder weniger ("This Moment") gelungene Vocals, wobei vor allem Track 2 ("Wild Baby") noch am ehesten zu überzeugen weis. Insgesamt kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es sich hier um einen recht lieblosen Schnellschuss von jemanden handelt, der handwerklich das Potenzial zu wesentlich mehr hätte.
Hin und wieder gibt es witzige Aha-Erlebnisse, so zum Beispiel wenn "End-80er Miami Bass"-Anleihen durchschimmern ("Push the Envelope") oder der Beat unverhofft von "breakig" auf "4 to the floor" wechselt ("Patience").
Was an "Impressions Collector" jedoch außergewöhnlich oder gar surreal sein soll, kann sich mir nicht erschließen. Und hier von einem "musikalischen Statement" zu reden scheint mir doch recht waghalsig.
Unterm Strich bleibt eine Produktion, die ihrem eigenen Anspruch nicht gerecht werden kann. Auch wenn "Impressions Collector" mich nicht zu überzeugen weiß, so ich bin gespannt wie Kayro sich weiterentwickeln wird. Er hat Potenzial. Was ihm fehlt ist die Geduld einen Track soweit auszufeilen, dass er sich an dem messen kann, was sich später im Pressetext so locker ankündigen lässt.