Rezension

Up

Peter Gabriel

2002 CD 11 Tracks 71
★★★½☆ 7.2/10 (5 Stimmen)
Diese Rezension wurde von Wilhelm Lücken verfasst am 10. September 2002 und stammt aus dem MEMI-Archiv (1994–2005).
Kein Wunder, dass "Shock the Monkey" und ähnliche Texte aus der Feder des Poeten Peter Gabriel kamen, denn gleich im Opener verpasst uns der Klangmeister Schock- und Entspannungstherapien, die es einem bei erhöhtem Lautstärkepegel "ordentlich besorgen".

Das erste Studio-Album nach zehn Jahren liefert den Beweis, dass der fünzigjährige Mr. Gabriel immer noch zur Elite der freischaffenden Künstler auf diesem Planeten gehört. Seine globalen Aktivitäten im Musik- und Showgeschäft bestätigen dies eindeutig. Mit dem ersten Track "Darkness" gelingt ihm ein schön-schauriger Gang in die Unterwelt, ganz wie zu Zeiten der "Lamb Lies Down On Broadway". Die rhythmischen Songs auf seinem neuen Album sind zeitlose Grooves, fernab der chart-orientierten Dance-Music und tragen dennoch den unverwechselbaren Peter-Gabriel-Stempel, also "Sledgehammer"-ähnliche Songs, die auch 1986 auf seinem Megaseller "So" hätten veröffentlicht werden können. Texte wie "my ghost like to travel..." oder Seitenhiebe auf die Daily-Talk-Shows wie in "Barry Williams Show" sind ein literarischer Genuss. Die ruhigen Tracks klingen düster und entblättern sich allmählich aus einem dumpfen Soundgeflecht dem Licht entgegen, doch eingängliche Melodien wie auf seinen alten Alben sind diesmal nicht dabei.

Fazit: Erstaunliche Texte in passendem musikalischen Outift, aber als Liebhaber elektronischer Musik kann ich nicht viel mit diesem Album anfangen.