Rezension
Harbours of Life
Noch bevor ich die CD in den Player stecke, werfe ich noch einen Blick ins Booklet und bekomme einen ziemlichen Schreck, steht doch da ein Text, der mich an eine ganz andere CD erinnert: "Eternal Father strong to save, ... For those in peril on the sea." Er wird doch wohl nicht wieder...!? Nein, er hat nicht, Gott sei Dank. Dieses Mal ist es wirklich nur eine Instrumentalversion des Stückes von John Bacchus Dykes, heißt hier 'Sanctuary' und ist sogar halbwegs hörbar. Über dem Text im Booklet stand noch klein "For those who love to sing...". Nee, John, lieber nicht...
Nun, hat John Kerr mit dieser CD den Anschluß an 'Norland' geschafft? Ich finde nicht. Einzelne Titel, vor allem das Eröffnungsstück 'Harbours Part I' hätten durchaus auch auf 'Norland' gepaßt, andere wie 'Save Havens' aber gar nicht. 'Norland' schaffte eine Atmosphäre, und das gelingt dieser CD nicht. Da hilft es auch nichts, gelegentlich mal Aufnahmen vom tosenden Meer oder Sturm unterzumischen. Kerr-Fans bekommen mit 'Harbours of Life' die Musik, die sie erwarten. Das meiste sind typsiche Kerr-Stücke, nette Melodien, die üblichen Arrangements, alles irgendwie ein bißchen klassisch angehaucht, ohne klassisch zu sein. Ein paar Längen sind drin, bereits erwähntes 'Save Havens' gefällt mir z. B. nicht so, und 'Harbour Lights' braucht 5 Minuten, bis es gut wird. Zum Ausgleich gibt's wirklich schöne Titel wie z. B. 'Harbours Part I', vor allem aber auch 'Harbours Part III', einem Titel im Stil von 'Castles', halt eine andere Melodie.
CD 2 enthält übrigens nur zu etwa 30 Minuten neue Titel, darunter das 16:05-lange 'Weathering the Storm' (Prädikat: ganz nett). Aufgefüllt ist die CD mit dem knapp 28 Minuten langen 'Harbours of Life (The meditation mix)', quasi einem Schnelldurchlauf durch die gesamte CD. Alle Titel kommen hier nochmal kurz vor. Vielleicht hätte John Kerr dieses Stück auf einer Maxi-CD veröffentlichen sollen? Denn es mag sicher nicht jeder 55 DM für die Doppel-CD zahlen...