Rezension
Blast
Was zeichnet nun diese CD derart aus? Eigentlich alles... Zunächst einmal der rein technische Umstand, denn Blast entstand sozusagen in Echtzeit während mehrerer Live-Sessions. Wer nun aber einfallsloses Gedudel und sattsam bekannte elektronische Platitüden erwartet, ist auf dem Holzweg - im Gegenteil: Nicht nur die Klangqualität ist hervorragend, nein, auch das musikalische Material weist eine dermaßene Tiefe auf, eine athmosphärische Dichte, daß es schwer fällt zu glauben, es handele sich hierbei um eine Zusammenstellung von Live-Mitschnitten.
Zudem erfreulich ist die Länge der vier Tracks, welche allesamt zwischen 13 und 18 Minuten dauern und dennoch keine Längen aufweisen. Vielmehr wissen die einzelnen Tracks derart zu fesseln, daß man gar nicht umhin kann, sich vollends der Musik zu widmen. Versucht, ein Buch nebenher zu lesen. Es wird nicht gelingen, denn Blast zieht einen unweigerlich in seinen Bann.
Doch wo so viel Licht ist, ist auch Schatten: Blast ist sicher nicht jedermanns Geschmack. Wer einschmeichelnde Sequenzerlinien und gefällige Melodien erwartet, wird an dieser CD nicht viel Freude haben. Wer indes Wert legt auf komplexe Klangräume und ineinander verwobene Bilder, kommt um Blast nicht umhin.
Anspieltip: Track 3 (Sense)