Rezension
Move and Resonate
World Music? Gesang? Dem hartgesottenen EMler läuft es bei diesen Worten eiskalt den Rücken runter. Nichts desto trotz handelt es sich bei "move and resonate" um ein sehr stimmungsvolles Album: Melodiöser Gesang in Spanisch, Englisch und Nahuatl verbindet sich angenehm mit eingängigen Melodien.
Erfreulich an diesem Album ist, daß es sich seine Eigenständigkeit bewahrt hat: Allseits beliebte Anleihen an die "Urväter" der kommerziellen World Music Enigma und Deep Forest bleiben ebenso aus wie eine Adaption hinlänglich bekannter Mike Oldfield-Phrasen - das freut das Rezensentenherz, zumal die CD auch nach mehrmaligem Anhören keine typischen Abnutzungserscheinungen aufweist. Im Gegenteil, wartet doch insbesondere "Voces de mi tierra" geradezu mit Ohrwurmqualitäten auf und schreit förmlich nach einem Druck auf die Repeat-Taste. Daß der Hörer hierbei von den üblichen Nebenwirkungen ("Ich kann's nicht mehr hören!") verschont bleibt, spricht umso mehr für die Qualität des Schaffens von Roedelius+Alquimia.
Leider kann das hierauf folgende "Olinia Mo" nicht mit der Vorgabe der "heimatlichen Stimmen" mithalten. Irgendwie fallen hier Gesang und Rhythmik der ersten 10 Minuten doch recht schnell lästig, um nicht zu sagen auf den Wecker, was auch die folgenden sehr geräuschhaften 5 Minuten nicht wettmachen können. Gezirpe, Gerausche und Synthovogelgezwitscher gehen jedoch schließlich über in beruhigende Klangflächen, so daß beim kompletten Durchhören dieses Tracks doch noch ein positiver Eindruck entsteht.
Ruhig geht's auch im dritten Track weiter, der mich stellenweise stark an die Stimmung von Blade Runner (den Film, nicht die Musik) erinnert. Trotzdem eigentlich fast zu ruhig und so kann mich "White Dream" nicht wirklich begeistern.
Fazit: Insgesamt ein durchaus empfehlenswertes Album, wenn es auch teilweise gewisse Längen aufweist.