Rezension
One Hour
Mit "One Hour" (nomen est omen) von Cluster ereilt mich nun gut 15 Jahre später die Aufgabe, exakt ein Werk dieser Stilrichtung zu bewerten - zunächst etwas Manöverkritik: Die Idee, ein einstündiges Opus auch benennen, mag ja noch ganz witzig sein - dieses aber auch auf einen einzigen Track zu brennen ist doch ein arger Schlag ins Gesicht all jener, deren CD-Player keine Track-Indizes unterstützt.
Zu beschreiben, was den geneigten Hörer innerhalb dieser Stunde (die übrigens live aufgeführt und mitgeschnitten wurde) erwartet, fällt nicht leicht - wie auch das Anhören selbst. Eher ernst präsentiert sich das dargebotene musikalische Material und ist sicher alles andere als Konsummusik: Eine liedhafte Struktur darf man von vorneherein nicht erwarten. Mir persönlich fehlt bei dieser CD jedoch etwas der rote Faden, der sich m.E. durch in solches Album ziehen sollte und so stellt es sich mir eher dar als eine Aneinanderreihung von musikalischen Ideen, einzelnen Stimmungseindrücken.
Insgesamt ein sehr interessantes Album - als Vertreter der ernsten EM jedoch sicherlich nicht jedermanns Geschmack und so möchte ich als Anspieltips die leichter zugänglichen Stellen an Position 38:30, 46:10 und 55:20 nennen.