Rezension
Syntonic Waves Vol. 7
Jetzt, 1999, ist Teil 7 der Serie erschienen - erstmals unter der Regie von Lambert Ringlage (Spheric Music), der das Projekt damit von Jürgen Kern übernommen hat. Den einen oder anderen Namen auf Vol. 7 kennt man bereits von den ersten Syntonic Waves-CDs: So ist (natürlich) Traumklang (alias Jürgen Kern) wieder mit von der Partie. Aber auch Lambert und Tranquillity waren schon auf den früheren CDs zu finden. Zu den - mittlerweile - alten Hasen gesellen sich aber auch wieder eine ganze Reihe von neuen, unbekannten Namen. Und so ist Vol. 7 eine Mischung aus bekannten und unbekannten Musikern, aus vertraut-tradionellen und moderneren elektronischen Klängern.
Kategorie "Newcomer/moderner": 10 Jahre hat Uwe Baasner bereits im eigenen kleinen Studio gewerkelt, nun veröffentlicht er erstmals unter dem Namen UBB einen Titel auf CD. Und Avus, der Eröffnungstitel der CD, gehört auch gleich zu meinen Favoriten. Wie ein Automotor springt der Titel an und tuckert locker flockig knapp 4 Minuten daher. Obwohl ich mehr zu den Bassdrum-Allergikern gehöre, löst die hier (und auch in anderen Titeln) verwendete Dosierung keine Beschwerden aus. Das gilt sogar für die 129 BPM, die bei Chrom von Transistor aus den Lautsprechern wummern. Im Gegenteil: Meiner Meinung nach der Top-Titel auf der CD. Der Beginn erinnert etwas an Anne Clark, im Verlauf dominieren dann aber zu kühlen Maschinensounds leicht orientalisch anmutende Klänge.
Apropos Maschine: Die zu akzeptieren verlangt auch Lions Dreams (Accept the Machine) - der Titel kommt etwas kühl und dumpf daher. Aber nach einigen Malen anhören konnte ich der Aufforderung dann doch nachkommen.
Aber es geht auch ganz anders: Titel wie Sign of Love des Newcomers Maurzip Burgarello oder ZEN von Günther Friebis halten, was sie versprechen - romantische Melodie bzw. meditative Klänge.
Bemerkenswert auch der Titel von Heimann & Lambert, der nicht durch seine Länge von fast 12 Minuten aus dem Rahmen fällt: Nach einigen Tierstimmen vom Gartenteich geht's mit der Musik los. Man könnte zeitweise meinen, hier spielt eine Jazz-Combo im Stadtpark (waren die Tierstimmen vielleicht doch vom städtischen Ententeich?) - aber dafür ist's dann doch wieder ein bisschen zu elektronisch. Auf jedenfall groovt es mächtig.
Eigentlich müßte man noch zu viel mehr Titeln was sagen, aber das würde dann vielleicht doch den Rahmen hier etwas sprengen. Syntonic Waves Vol. 7 zählt für mich sicher zu den interessantesten Neuerscheinungen der letzten Monate - und das kann ich von einem Sampler doch eher selten behaupten.