Rezension
Time Code
Nach dem obligatorischem Sphären-Intro baut sich ein 12-minütiger
Eröffnungs-Track auf ... und baut ... und baut ... und baut ... der
geduldige Hörer fragt sich, wann denn mal endlich was passiert. Well ...
der Song "Zero Hour" ist die englische Antwort auf die mitteleuropäische
Chillout-Mania: eine gute Melodie wird gnadenlos in die Länge gezogen -
bis es schließlich langweilig wird.
Aber dann ... Track 3... das Titelstück "Time Code" beginnt, und man
ahnt gleich in den ersten Sequenzen, da ist mehr drin. Atmosphärische
Vocal-Samples schwirren aus dem Hintergrund, softige Gitarren-Licks
eröffnen ein fulminantes Meisterstück in Downbeat. Louise Eggerton’s
klassische Stimme bleibt zurückhaltend, passt sich hervorragend dem
Soundgerüst an, nach fünfeinhalb Minuten folgt ein brachialer
Instrumentalteil, der sich gewaschen hat, und jeder Mensch, der was von
Musik versteht, wird sagen: "Time Code" gehört zu den Elite-Songs des
Jahres.
Was dann folgt kann man getrost mit dem Prädikat "überflüssig"
bezeichnen. Track 4, 5, 6, 7, 8 hauen mich nicht vom Hocker, erinnern
meist an traditioneller EM, doch ehe ich zum Gähnen ansetze, werde ich
im vorletzten Track von Louise Eggerton’s Gesang wieder wachgerüttelt.
Die Struktur des Songs ist leicht und locker, vielleicht zu eintönig,
aber Fox und Wright produzieren einen hypnotischen Background. Das
letzte Stück "Endgames" ist wiederum eine Perle. Ein toller
Lounge-Track, bestückt mit Wort-Einblendungen und LaLaLa’s der Sängerin,
spannende Synthie-Flächen, schwebender Gitarrensound, Musik zum Genießen!
Fazit: Wie ich schon anfangs erwähnt habe, ist das mehr oder weniger ruhige Album "Time Code" die englische Antwort auf den momentan auf dem europäischen Festland grassierenden Chillout-Hype. Von 10 Tracks sind mindestens 3 ein Genuss!